Nach der Hochzeit bleiben nicht nur Fotos auf dem Smartphone. Das Gästebuch, getrocknete Blumen aus dem Brautstrauß, Einladungskarten, vielleicht ein Ringkästchen, besondere Geschenke und natürlich die schönsten Hochzeitsfotos erinnern noch Jahre später an diesen einen Tag. Viel zu schade eigentlich, all diese Dinge in einer Schublade oder einem Karton verschwinden zu lassen.
Eine schöne Alternative ist eine kleine Hochzeitsecke in der gemeinsamen Wohnung: ein persönlicher Ort, an dem einige ausgewählte Erinnerungsstücke dauerhaft ihren Platz finden. Dafür braucht es weder ein eigenes Zimmer noch eine große Vitrine. Ein Sessel, eine Kommode, zwei oder drei Bilder und eine bewusst gewählte Beleuchtung können bereits genügen.
Wer noch mitten in der Planung steckt, beschäftigt sich wahrscheinlich zunächst mit der Beleuchtung und Raumdekoration für die Hochzeit. Es lohnt sich aber, schon dabei zu überlegen, welche Elemente des Festes später Teil des gemeinsamen Zuhauses werden könnten.
1. Nicht alles ausstellen – sondern die richtigen Erinnerungen auswählen
Bei einer Hochzeit sammeln sich erstaunlich viele Dinge an. Wer anschließend versucht, sämtliche Erinnerungsstücke sichtbar unterzubringen, erhält schnell eher ein Hochzeitsmuseum als eine gemütliche Ecke.
Besser ist eine kleine Auswahl. Besonders geeignet sind beispielsweise:
- ein gerahmtes Hochzeitsfoto oder eine kleine Bildergruppe,
- das Gästebuch,
- eine getrocknete Blüte aus dem Brautstrauß,
- die Hochzeitseinladung oder Menükarte,
- das Ringkästchen,
- ein kleines Erinnerungsstück aus den Flitterwochen,
- ein persönliches Geschenk eines besonders nahestehenden Menschen.
Drei bis fünf Dinge reichen häufig vollkommen aus. Schließlich sollen die Erinnerungen wirken können und nicht zwischen zahlreichen anderen Gegenständen untergehen.
2. Den passenden Platz in der Wohnung finden
Eine Hochzeitsecke muss keineswegs mitten im Wohnzimmer stehen. Oft sind gerade die ruhigeren Bereiche besonders schön. Eine freie Wand neben einem Sessel, eine schmale Konsole im Flur oder eine bisher wenig genutzte Ecke neben dem Bücherregal können hervorragend funktionieren.
Praktisch ist ein Ort, den ihr im Alltag tatsächlich wahrnehmt. Ein Hochzeitsfoto im selten genutzten Gästezimmer mag dekorativ sein – eine Aufnahme neben dem Lieblingssessel wird dagegen viel häufiger angesehen.
Auch direktes Sonnenlicht sollte berücksichtigt werden. Fotos, Papier und getrocknete Blumen können bei dauerhafter intensiver Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen. Ein heller Raum ist daher schön, die Erinnerungsstücke müssen aber nicht unbedingt unmittelbar am Fenster stehen.
3. Warum eine einzelne Deckenlampe meistens nicht ausreicht
Bei der Einrichtung wird Beleuchtung häufig erst ganz zum Schluss bedacht. Genau sie entscheidet jedoch darüber, ob eine Ecke am Abend gemütlich und persönlich oder eher dunkel und unbeachtet wirkt.
Die normale Deckenbeleuchtung verteilt Licht relativ großflächig im Raum. Für eine Erinnerungswand oder einen kleinen Lesesessel ist zusätzliches Licht deshalb oft sinnvoll. Eine Tischleuchte funktioniert auf einer größeren Kommode gut. Ist dort wenig Stellfläche vorhanden, kann eine Stehleuchte die praktischere Lösung sein.
Bei der Auswahl solltet ihr nicht nur darauf achten, ob euch das Design gefällt. Interessant ist auch, wohin das Licht fällt. Für eine gemütliche Hochzeitsecke eignet sich häufig eine passende LED-Stehleuchte fürs Wohnzimmer, deren Licht entweder indirekt in den Raum abgegeben oder gezielt auf einen Sessel beziehungsweise einen Teil der Wand gerichtet werden kann.
Gerade eine Stehleuchte hat einen praktischen Vorteil: Ihre Position lässt sich später vergleichsweise einfach verändern. Wird die Kommode umgestellt oder kommt ein größeres Hochzeitsfoto hinzu, muss nicht gleich ein neuer Stromanschluss geplant werden.
4. Warmes oder neutrales Licht?
Für einen gemütlichen Wohnbereich wird meistens warmweißes Licht bevorzugt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben. Die Verbraucherzentrale erklärt zur Auswahl von LED-Beleuchtung, dass Licht mit weniger als 3.000 Kelvin warmweiß und entsprechend gemütlich wirkt.
Das passt besonders gut zu Hochzeitsfotos, Holzrahmen, getrockneten Blumen und natürlichen Materialien. Sehr kühles, bläuliches Licht kann eine eigentlich romantische Ecke dagegen schnell sachlicher wirken lassen.
Wer dort zusätzlich liest oder am Laptop sitzt, kann ein dimmbares Modell interessant finden. So lässt sich abends eine deutlich ruhigere Lichtstimmung einstellen, während bei Bedarf trotzdem ausreichend Licht zur Verfügung steht.
5. Auf die Farbwiedergabe achten
Bei Hochzeitsfotos spielt noch ein anderer Wert eine Rolle: die Farbwiedergabe. Schließlich sollen Hauttöne, das Brautkleid, Blumen und Dekoration möglichst natürlich aussehen.
Der sogenannte CRI- beziehungsweise Ra-Wert beschreibt vereinfacht gesagt, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle erscheinen. Auch licht.de weist bei der Lichtplanung auf die Bedeutung einer guten Farbwiedergabe hin. Gerade dort, wo hochwertige Fotos oder farbige Erinnerungsstücke präsentiert werden, lohnt sich deshalb ein Blick auf diesen Wert.
6. Bilder nicht einfach nebeneinander hängen
Drei Hochzeitsbilder in identischen Rahmen können sehr schön aussehen. Noch persönlicher wird die Wand jedoch, wenn unterschiedliche Formate kombiniert werden.
| Element | Geeignete Position | Wirkung |
|---|---|---|
| Großes Hochzeitsfoto | Auf Augenhöhe | Bildet den Mittelpunkt |
| Kleine Detailfotos | Seitlich oder darunter | Erzählen kleine Geschichten |
| Einladung oder Papeterie | In einem schmalen Rahmen | Bringt Text und Gestaltung ein |
| Trockenblumen | Auf Kommode oder Wandboard | Lockern die Bildergruppe auf |
| Gästebuch | Gut erreichbar auf einer Ablage | Kann jederzeit wieder angesehen werden |
Vor dem Bohren hilft ein einfacher Trick: Schneidet Papier in der Größe der Rahmen aus und befestigt die Bögen mit leicht lösbarem Klebeband an der Wand. Dadurch könnt ihr unterschiedliche Anordnungen ausprobieren, ohne anschließend unnötige Bohrlöcher zu haben.
7. Kleine Details vom Hochzeitstag wiederverwenden
Nicht jede Hochzeitsdekoration muss nach dem Fest entsorgt oder eingelagert werden. Kleine Vasen, Kerzenhalter, Stoffbänder oder besondere Gefäße lassen sich später durchaus weiterverwenden. Inspiration dazu findet ihr auch bei den Ideen zur Blumendekoration bei Brautissimo.
Besonders schön ist es, wenn die Hochzeitsecke nicht wie eine nachträglich zusammengestellte Dekoration aussieht, sondern tatsächlich einige Originalstücke vom Hochzeitstag enthält. Ein kleines Gefäß von der Tischdekoration kann beispielsweise später Trockenblumen aufnehmen. Ein Namenskärtchen oder ein Stück der Papeterie kann zusammen mit einem Foto eingerahmt werden.
8. Eine kleine Leseecke daraus machen
Wer ausreichend Platz hat, kann die Erinnerungswand mit einem Sessel oder einer kleinen Bank kombinieren. Dann entsteht nicht nur eine dekorative Ecke, sondern ein Platz, der tatsächlich genutzt wird.
Ein kleiner Beistelltisch bietet Platz für Getränke und Bücher. Die Stehleuchte sollte so stehen, dass sie beim Sitzen nicht blendet und gleichzeitig genügend Licht auf Buch oder Zeitschrift fällt. Wandbilder müssen dabei nicht direkt angestrahlt werden. Oft wirkt ein weicher Übergang zwischen beleuchtetem Sitzbereich und Bilderwand harmonischer.
Damit bekommt die Hochzeitsecke eine zweite Funktion. Sie erinnert zwar an den großen Tag, bleibt aber trotzdem ein natürlicher Teil der Wohnung.
9. Die Ecke darf sich mit eurer Geschichte verändern
Die ersten Wochen als verheiratetes Paar fühlen sich häufig noch stark von der Hochzeit geprägt an. Brautissimo hat diesem Übergang sogar einen eigenen Beitrag über die ersten Tage nach der Hochzeit gewidmet.
Mit den Jahren kommen jedoch neue gemeinsame Erinnerungen hinzu. Genau deshalb muss eine Hochzeitsecke nicht für immer gleich bleiben. Ein Foto aus den Flitterwochen kann dazukommen, später vielleicht ein Bild vom ersten gemeinsamen Zuhause oder von einem besonderen Jahrestag.
Auch das macht einen solchen Platz schön: Er muss kein Denkmal für einen einzigen Tag bleiben. Aus der Hochzeitsecke kann nach und nach eine kleine Sammlung eurer gemeinsamen Geschichte werden.
Fazit: Wenige Erinnerungen bewusst in Szene setzen
Eine persönliche Hochzeitsecke braucht weder viel Platz noch eine aufwendige Einrichtung. Entscheidend sind einige ausgewählte Gegenstände, eine ruhige Anordnung und eine Beleuchtung, die am Abend eine angenehme Atmosphäre schafft.
Statt Hochzeitsfotos, Gästebuch und kleine Erinnerungsstücke nach der Feier in Kartons verschwinden zu lassen, bekommen sie so einen festen Platz im gemeinsamen Alltag. Und vielleicht ist genau das die schönste Form der Hochzeitsdekoration: eine, die nicht nach einem Tag wieder abgebaut werden muss.

